Das Programm

Beziehungen

Beziehungen stehen im Mittelpunkt unseres Programms. Menschen sind soziale Wesen und brauchen Beziehungen, um zu lernen, zu wachsen und zu heilen. In unseren Beziehungen erleben wir die grössten Enttäuschungen unseres Lebens, aber auch die grösste Zufriedenheit. Es ist nicht leicht, sich auf neue Beziehungen einzulassen, wenn man schmerzhafte Erfahrungen gemacht hat. Wichtige Themen, die in diesem Zusammenhang oft angesprochen werden, sind Trauer und Vergebung. Das Ende einer Beziehung ist in der Regel schmerzhaft und sollte entsprechend betrauert werden. Menschen machen Fehler und tun anderen bewusst und unbewusst weh. Damit diese prägenden Erfahrungen nicht zu lebenslangen Lasten werden, setzen sich die Teilnehmenden mit dem Thema Vergebung auseinander.

Einfaches Leben

Unser Alltag ist voll von Ablenkungen. Unser Programm ermutigt die Teilnehmenden, sich auf sich selbst zu konzentrieren, über ihre Träume und Ziele nachzudenken und sich ihrer Gefühle und Gedanken bewusst zu werden. Ohne Fernsehen und mit begrenztem Zugang zu Handy und Internet können die Teilnehmenden sich selbst und ihre wahre Persönlichkeit wiederentdecken. Ein Tagesablauf mit regelmässigen Mahlzeiten, Zeit für Arbeit, Bewegung und Entspannung erlaubt es Körper und Seele zur Ruhe zu kommen. Der Strand ist sowohl zu Fuss als auch mit dem Fahrrad zu erreichen. Die Natur der nahen Flüsse, Buchten und des Golf von Mexiko lässt sich per Standup Paddleboard oder mit dem Boot erforschen.

Erlebnistherapie

Falls Reden genug wäre, dann brauchten die meisten Teilnehmenden kein Programm wie Noble Acres. Viele von ihnen sind Meister des Wortes. Sie wissen genau, was sie sagen müssen, um zu manipulieren, unangemessenes Verhalten zu rechtfertigen, selbstzerstörerische Gesten zu erklären, zu drohen, und zu bestechen, und sich selbst etwas vorzumachen. Anderen fehlen die Worte. Sie wissen nicht, wie sie ausdrücken können, was in ihnen vorgeht. Unser Programm erlaubt es den Teilnehmenden, neue konkrete Erfahrungen zu machen, diese Erlebnisse und Einsichten dann in Worte zu fassen und das Gelernte damit zu vertiefen. Durch diese Art des Lernens erkennen Teilnehmende den Zusammenhang von Entscheidungen und Konsequenzen, die Rolle von Beziehungen in ihrem Leben, den Vorteil von Veränderung und ihre eigene Kompetenz. Kleine Erfolge werden gefeiert und dienen als Fundament für weitere Veränderungen.

Pferdeunterstützte Therapie

imageWarum Pferde? Warum nicht andere Tiere? Pferde sind groß und stark und rufen deswegen in vielen Menschen eine gewisse Furcht hervor. Wenn die Teilnehmende sich auf eine Beziehung zu den Pferden einlassen und ihre Angst überwinden, dann ist das nicht nur ein Erfolgserlebnis, sondern liefert außerdem viele Denkanstöße für das "richtige Leben". Was schüchtert Teilnehmende ein? Wie gehen Sie damit um? Was können sie tun, um sich nicht ihren Ängsten ausgeliefert zu fühlen? Welchen Herausforderungen sehen sie sich gegenüber?
Pferde sind Herdentiere, die miteinander einzigartige Beziehungen aufbauen. Pferde haben Persönlichkeiten, Einstellungen und Gefühle. Was bei einem Pferd klappt, funktioniert nicht unbedingt bei einem anderen. Manchmal erscheinen uns Pferde stur und widerwillig. Manchmal suchen sie Nähe und Körperkontakt. Oft wollen sie einfach nur Spaß haben. Pferde sind Menschen in ihrer Art recht ähnlich und erlauben uns damit, von ihnen und durch die Arbeit mit ihnen etwas über uns selbst zu lernen. Wer eine Beziehung zu einem Pferd aufbauen will, braucht Zeit und Geduld. Man kann Pferde nicht manipulieren, ihnen drohen oder etwas von ihnen erbetteln. Sie lassen sich auf eine Beziehung ein, wenn ein Mensch ehrlich, offen, und eindeutig kommuniziert und sich als vertrauenswürdig erweist.
Pferde haben die Fähigkeit, genau das wiederzuspiegeln, was wir mit unseren Körpern, unserer Einstellung, und unseren Gefühlen ausdrücken. Oft sagt jemand: "Das Pferd ist eigensinnig." "Das Pferd ist sauer." "Das Pferd mag mich nicht." "Das Pferd ist dumm." Aber diese Person lernt schnell, dass eine Veränderung der eigenen Einstellung eine entsprechende Änderung im Pferd hervorruft. Man kann ein Pferd nicht reinlegen oder austricksen.

“Das Pferd ist das nobelste, mutigste, stolzeste, kühnste und mit Sicherheit das querköpfigste und frustrierendste Tier, das der Mensch je domestiziert hat.”(Anne McCaffrey)

Metaphern

Viele therapeutische Richtungen sind sich einig, dass Metaphern dabei helfen können, neue Fähigkeiten zu lernen, Einstellungen zu verändern und automatische Denkweisen herauszufordern. Für viele Menschen ist es effektiver, anhand von Bildern, Beispielen und Erlebnissen zu lernen als auf einer intellektuellen Ebene über theoretische Konzepte zu reden.

Das naturnahe Leben und die Arbeit mit Pferden erlauben es Betreuern und Teilnehmenden, immer wieder neue Metaphern zu finden, die dann auf das tägliche Leben übertragen werden können. Oft ist diese “Bildersprache” etwas, an das die Teilnehmenden sich auch Jahre später noch erinnern.

“Wie Menschen sind auch Pferde alle verschieden. Sie haben ihre eigenen Persönlichkeiten, ihre eigenen Stärken und ihre eigenen Fehler. Wir fühlen uns mit ihnen verbunden wegen ihrer Schönheit, ihrer Eigenarten, ihres Herzens und ihrer Liebe, die sie uns so oft zurückschenken.”(Lana Slaton)