Was macht unser Programm so besonders?

1. Pferdeunterstützte Therapie

steht im Mittelpunkt unseres Programms. Durch ständig neue Erfahrungen und Erlebnisse mit Pferden lernen Teilnehmende viel über sich selbst, ihr Verhalten, ihre Gefühle und ihre Einstellungen. Die Beziehungen, die dabei aufgebaut werden – nicht nur zu den Pferden, sondern auch zu anderen Teilnehmenden, Betreuern, und Therapeuten – erlauben es den Teilnehmenden zu wachsen und zu heilen.

In der pferdeunterstützten Therapie führen ein lizensierter Therapeut und ein Pferdespezialist die Teilnehmende durch verschiedene Pferdeaktivitäten. Anschließend werden dann die Beobachtungen, Verhaltensweisen, Gefühle, Gedanken und Zusammenhänge besprochen und erforscht. Teilnehmende lernen und üben in diesen Aktivitäten selbstbewusstes Auftreten, Kommunikationsstrategien, kreatives Denken, Problembewältigung und Führungsqualitäten.

Pferdeunterstützte Therapie kann Familien, Jugendlichen, Erwachsenen und Kindern helfen, die Probleme mit ihrem Verhalten, ihren Beziehungen, Drogen oder Alkohol, Depressionen, Angstzuständen, Wutausbrüchen, Trauma, Selbstkontrolle und Kommunikation haben. Auch Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten sprechen oft auf diese Therapieform an.

Weitere Informationen auch bei www.eagala.org (englisch).

2. Einbezug von Familien

Insbesondere Eltern nehmen an der Behandlung ihres Kindes von Anfang an teil. Sie schreiben Briefe, erledigen ihre eigenen Aufgaben und nehmen zusammen mit ihrem Kind an Familienseminaren teil. Diese dreitägigen Seminare dienen dazu, dass Familien üben, miteinander zu reden, Probleme zu lösen und neue Verhaltensmuster zu praktizieren. Zusammen entwickeln Jugendliche und Eltern einen Plan für die Nachbetreuung.

Wir sind der Meinung, dass die ganze Familie ein Problem hat, sobald es einem Familienmitglied nicht gut geht. Darum muss die Familie als Ganzes Veränderungen vornehmen.

Es reicht nicht, dass sich ein Familienmitglied ändert. Wenn sich ein Jugendlicher durch eine Therapie verändert, dann werden diese Änderungen zu Hause nur dann anhalten, wenn die Familie sich ebenfalls entsprechend verändert hat.

Erwachsene Teilnehmende werden dazu ermutigt, wichtige Menschen in ihrem Leben einzuladen, an der Therapie teilzunehmen. Telefonate und Besuche können ein wichtiger Teil ihrer Therapie werden.

3. Entscheidungen und Konsequenzen

Als Erwachsene werden wir nur selten “bestraft.” Erwachsene bekommen keinen Stubenarrest und ihr Taschengeld wird nicht gekürzt, aber Erwachsenen wird gekündigt, sie werden nicht befördert und sie müssen sich entschuldigen und verändern, um Beziehungen zu reparieren. Unser Ziel ist es, Jugendlichen beizubringen, dass ihre Entscheidungen Konsequenzen haben, nicht dass Erwachsene alles besser wissen und sie bestrafen können, wenn sie Fehler machen.

Unser Programm erlaubt natürlichen Konsequenzen ihren Lauf, so oft das möglich ist. Wenn natürliche Konsequenzen zu gefährlich sind oder erst langfristig zum Tragen kommen, benutzen wir logische Konsequenzen. Konsequenzen, die Jugendlichen zeigen, dass ihre Entscheidungen Auswirkungen auf die Welt um sie herum haben - positive und weniger positive.

Jugendliche verpassen unter Umständen Aktivitäten oder können nicht an Gruppenunternehmungen teilnehmen bis sie verstehen, wie ihr Verhalten andere Menschen beeinträchtigt. Ganz selten sind Jugendliche nicht in der Lage, sich selbst zu kontrollieren und bringen dadurch sich selbst oder andere in Gefahr. In diesem Fall werden Betreuer einen therapeutischen Griff benutzen, um sicherzustellen, dass keinem etwas passieren kann. Sobald der Jugendliche sich selbst wieder unter Kontrolle hat, wird der Griff gelockert. Jegliche Körperstrafe ist in unserem Programm nicht erlaubt.

Erwachsene Teilnehmende werden sich nicht nur selbst besser kennen lernen, sondern auch immer wieder erleben, dass ihr Verhalten und ihre Entscheidungen Konsequenzen haben – erwünschte und weniger angenehme. Dementsprechend können sie dann entscheiden, ob und wie sie sich verändern wollen.

4. Reiten

Neben der pferdeunterstützen Therapie benutzt unser Programm Pferde und Reiten als Metaphern oder Beispiele für’s Leben. Jeder Teilnehmende bekommt sein eigenes Pferd und soll zu diesem Pferd eine besondere Beziehung entwickeln. Die Teilnehmenden versorgen die Pferde, trainieren und reiten sie. Je bereitwilliger Teilnehmende die Sprache der Pferde lernen und sich auf die Beziehung zu diesem kraftvollen Tier einlassen, desto mehr werden sie ein positives Selbstwertgefühl haben, sich kompetent und erfolgreich fühlen, den Wert von körperlicher Arbeit erkennen, Führungsqualitäten lernen und wahres Mitgefühl erleben.

“Wie Menschen sind auch Pferde alle verschieden. Sie haben ihre eigenen Persönlichkeiten, ihre eigenen Stärken und ihre eigenen Fehler. Wir fühlen uns mit ihnen verbunden wegen ihrer Schönheit, ihrer Eigenarten, ihres Herzens und ihrer Liebe, die sie uns so oft zurückschenken.”(Lana Slaton)

5. Metaphern

Viele therapeutische Richtungen sind sich einig, dass Metaphern dabei helfen können, neue Fähigkeiten zu lernen, Einstellungen zu verändern und natürliche Selbstverteidigungsstrategien zu umgehen. Besonders für Jugendliche scheint es oft einfacher zu sein anhand von Bildern, Beispielen, und Erlebnissen zu lernen als Konzepte zu verstehen, wenn sie nur darüber reden.

Die Arbeit mit Pferden erlaubt es Betreuern und Teilnehmenden, immer wieder neue Metaphern zu finden, die dann auf’s tägliche Leben übertragen werden können. Oft ist diese “Bildersprache” etwas, an das die Teilnehmende sich auch Jahre später noch erinnern.

6. Noble Acres

ist ganz bewusst ein kleines und persönliches Programm.
Teilnehmendezahlen sind begrenzt, damit wir uns den Bedürfnissen und Problemen jedes Teilnehmendes widmen können. Die maximale Gruppengrösse für Jugendliche beträgt 8, für Erwachsene 10. Um verschiedene Aktivitäten anbieten zu können, kann Noble Acres mit anderen Trägern zusammenarbeiten, aber die Verantwortung für die Qualität des therapeutischen Programms und die therapeutischen Interventionen wird immer von Noble Acres übernommen und garantiert.

7. Sicherheit

Nicht nur die körperliche Sicherheit, sondern auch die emotionale Sicherheit unserer Teilnehmende steht für uns an erster Stelle. Wir wissen, dass Menschen oft in einer Krisensituation zu uns kommen und ihr Leben in unsere Hände legen. Darum ist uns gegenseitiges Vertrauen und ein vertraulicher Umgang mit persönlichen Informationen sehr wichtig.

Wir arbeiten nur mit Programmen zusammen, die Sicherheit in den Vordergrund stellen. Betreuer müssen mit Erste Hilfe Maßnahmen vertraut sein und wissen, wie sie mit unerwarteten Situationen umgehen, wie z.B. Gewitter, Unfälle, Schneestürme, Erdbeben, Orkane und andere Naturereignisse.